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Was ist normal?

Was ist heutzutage - und für mich persönlich - normal?

Was steht mir wirklich zu?


Das sind Fragen, deren Antworten zu einem enormen Teil unsere Alltagsgefühle und -entscheidungen beeinflussen.

Wir leben in einer Welt, wo Standards fast alle Bereiche unseres Lebens ausmachen. Ob beim Hausbau, im Umgang mit anderen Menschen oder im Bewerten der eigenen Gesundheit - überall gibt es genormte „Spielregeln“, an denen wir uns orientieren (müssen).


Etwas ist meist dann „normal“, wenn es den Vorstellungen bzw. Erwartungen der Allgemeinheit entspricht. Normales Verhalten wird unterstützt und akzeptiert - Abweichungen dagegen werden eher misstrauisch beäugt und oft als unerwünscht angesehen.


Aber, wieso komme ich eigentlich auf dieses Thema?

Mir fällt auf, dass die Einstellung zu Themen wie Gesundheit, Entwicklung und Umgang mit Konflikten sehr stark davon abhängt, wie man die obigen Fragen für sich beantwortet.


Und gerade in Gesundheitsberatungen, Selbstverteidigungsseminaren und Survivaltrainings erlebe ich direkte Auswirkungen davon.

Die Eigenverantwortung, die Art wie wir unsere individuelle Lebensführung gestalten, wird beeinflusst durch den allgemeinen Lebensstandard. Fließend warmes Wasser, den Supermarkt gleich um die Ecke, vielschichtiges Gesundheitssystem, finanzielle Absicherung etc. sorgen für ein starkes Vertrauen in die äußeren Umstände und Strukturen. Dadurch können wir uns einen Lebensstil leisten, der mehr Bequemlichkeit, Trägheit und Unachtsamkeit mit sich bringt. Und irgendwann… gehen wir davon aus, dass uns das alles auch zusteht.


Diesem Anspruchsdenken verdanken wir viele von psychologischen Alltagsproblemen und zwischenmenschlichen Konflikten, welche sich auch in der körperlichen Verfassung widerspiegeln.

Wir sehen nicht, dass wir in eine Luxusfalle treten. Luxus, Sicherheit und die damit einhergehende Bequemlichkeit sind NICHT normal. Es ist nett, schön und angenehm, aber stellt nur einen Aspekt des Lebens dar.



Die daoistische Lehre kann helfen einen neuen Blickwinkel zuzulassen, um im Alltag lebendiger, achtsamer und wertschätzender zu sein.


Yin und Yang, das sind nicht zwei Dinge bzw. Seiten, die irgendwie zusammengehören, sondern ein funktionales Konzept, um jedes zu beschreibende Phänomen ganzheitlich zu betrachten. Diese Philosophie schließt nichts aus in ihrer Beschreibung und vermittelt eine Sowohl-Als-Auch - Mentalität:

  • es ist nicht Tag ODER Nacht, sondern es gibt nur ein subjektiv wahrgenommenes Verhältnis von Tag UND Nacht

  • etwas ist nicht gut ODER schlecht, sondern es ist jetzt gerade in einem ganz bestimmten Gut-Schlecht - Verhältnis für mich spürbar

  • im Schmerz zeigt sich das Bedürfnis nach Wohlbefinden

  • die Liste könnte ewig weitergeführt werden…

Auch im Buddhismus gibt es die Idee, den Weg der Mitte zu gehen. Es geht nicht um das Ausleben der Extreme bzw. dem Anhaften an bestimmte Leitideen, sondern um das Balancieren der entsprechenden Verhältnisse.


Wenn „Echte Normalität“ im Alltag wieder Platz findet, dann stellen sich von ganz alleine Eigenschaften ein, wie: Dankbarkeit, Begeisterung, Achtsamkeit und Lebendigkeit. Darüber hinaus werden wir offener für Veränderungen und sind entsprechend „vorbereitet“. Körperliche und geistige Fähigkeiten zu entwickeln und sich neue Fertigkeiten anzueignen wird eine Selbstverständlichkeit. Warum? Na um ein normales, unbeständiges und abenteuerliches Leben souverän führen zu können!



Hier ein paar Anregungen, um etwas mehr Normalität in den Alltag zu bekommen:

  • Schlafe regelmäßig in anderer Umgebung (z.B. bei Freunden, draußen in der Natur, auf dem Boden etc.)

  • Setze dich regelmäßig mit Kälte und Wärme auseinander und lass dich nicht zu sehr von der warmen Wohnung bzw. dem klimatisierten Büro verwöhnen (z.B. kalt baden/duschen, Sauna, Aktivitäten draußen zu allen Jahreszeiten etc.)

  • Suche dir ab und zu Tätigkeiten, die anstrengend sind und komme aus deiner Komfortzone (z.B. beim Umzug helfen, Bewegungstraining, mache endlich das was du schon ewig aufschiebst etc.)

  • Entwickle dich weiter (z.B. Hobbys, Philosophie, Sprachen lernen etc.)

  • Gestehe dir ein, dass du auch regelmäßig falsch liegst und widersprüchlich handelst → du bist noch nicht fertig 😉

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